Was sind Aktien?

3. März 2019
Posted in Finanztipps
3. März 2019 gerojuecker

Was sind Aktien?

Mittlerweile ist das Wort Aktie in aller Munde, aber was ist eigentlich eine Aktie? Eine Aktie ist im Grunde nichts anderes als ein Teil eines Unternehmens, welches an der Börse gelistet ist, also einer Aktiengesellschaft (AG). Beispiele hierfür sind Apple, Amazon, Unilever, Procter & Gamble und viele mehr. Aber wie verdient man jetzt eigentlich Geld mit einer Aktie? – Man verdient Geld durch einen gestiegenen Aktienkurs nach dem Kauf und gegebenenfalls durch Dividenden.

Aber erstmal langsam..

Um eine Aktie zu verstehen, werde ich kurz ein wenig ausholen.

 

Wie entstehen Aktien?

Stell dir vor du hättest eine geniale Geschäftsidee und setzt diese auch um, sprich du gründest deine eigene Firma. Deine Firma wird immer größer und größer. Jetzt benötigst du viel Geld, um weiter wachsen zu können. Du kannst einerseits neue Investoren an Land ziehen (Fremdkapital, das Geld kommt von außen), oder du machst aus deiner Firma eine Aktiengesellschaft (Eigenkapital, da das Geld durch die Aktionäre von innen kommt).

Du entscheidest dich für die AG, da du Eigenkapital benötigst und legst fest, in wie viele Anteile dein Unternehmen zerteilt werden soll. Nun können private Anleger diese Anteile deines Unternehmen kaufen, womit ihnen dieser Teil des Unternehmens gehört. Im Gegenzug erhältst du Geld des Aktionärs, welches du zur weiteren Expansion nutzen kannst. Du tauscht also Unternehmensanteile gegen Geld.

Deine Firma ist jetzt an der Börse gelistet und befindet sich in sogenannten Indizes. Der bekannteste Aktienindex in Deutschland ist der DAX – der Deutsche Aktien Index. In dem befinden sich die 30 größten Unternehmen Deutschlands, wie zum Beispiel Adidas, Bayer, VW etc.

Der Wert deiner Aktien schwankt jetzt und wird durch das Angebot und die Nachfrage deiner Aktien an der Börse bestimmt. Die Preisentwicklung ist der sogenannte Aktienkurs.

 

Was sind Dividenden?

Du kannst jetzt zusammen mit deinem Vorstand entscheiden, ob ihr Teile eures Gewinns an deine Aktionäre ausschütten wollt. Diese zusätzliche Gewinnausschüttung an die Aktionäre nennt sich Dividende. Dividenden Aktien sind sehr beliebt, da die Anleger einerseits von der Steigerung des Aktienkurses und andererseits durch die Ausschüttung der jährlichen Dividende profitieren.

zinsen und zinseszins

Eine gute Dividenden Aktie ist zum Beispiel die Allianz. Sie schüttet jährlich Dividenden in Höhe von knapp 5% aus. Das bedeutet, dass sich dein Geld jährlich nur durch die Dividende um 5% vermehren würde, sofern der Aktienkurs nicht sinkt und du dort keine Geldeinbußen vorweisen kannst. (Du hast dann immer noch deine 5% Dividende, aber dein Depot wäre dann insgesamt weniger wert).

 

Warum werden Aktien oft schlecht geredet?

An sich sind Aktien nichts böses, es sind lediglich Anteile eines Unternehmens. Aber warum wird oftmals so schlecht über Aktien und die Börse geredet? Und was ist die Börse überhaupt?

Die Börse ist nichts weiter als ein Marktplatz, an dem Aktien, also Unternehmensanteile gehandelt werden.

Aktien werden schlecht geredet, weil immer mal wieder Leute aus ihrem Bekanntenkreis hören, dass andere mit Aktien viel Geld verloren haben und es ein reines Spekulationsgeschäft sei.

Stimmt das?

Ja, wenn man keine Ahnung hat stimmt das. Natürlich kann ich in Apple investieren, weil ich der Meinung bin, dass Apple in den nächsten Jahren weiter wächst. Aber kann ich das wirklich wissen? Was ist denn zum Beispiel mit Nokia passiert? Einst das größte und mächtigste Unternehmen in der Handyindustrie, und jetzt?

Hier ist ein Video der 15 erfolgreichsten Unternehmen der Welt, um dir einen Einblick in die Märkte zu verschaffen:

Es gibt aber auch Unternehmen, wie Nestlé, Pepsico, Kraft, Unilever, Procter & Gamble etc. bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass diese insolvent gehen recht gering ist. Wahrscheinlich sagen dir die meisten dieser Namen nichts, aber ich würde wetten, dass du diese Woche schon mindestens ein Produkt von denen gekauft oder verwendet hast.

Wenn du mir nicht glaubst, siehe selbst:

Das Bild stammt von: http://mark-ariu.de/extrem/die-kontrolle-der-unternehmen-die-herrschaft-der-unternehmen-die-groessten-unternehmen-der-welt-die-illusion-der-wahl.html

Das diese Unternehmen insolvent gehen ist so gut wie unmöglich, weil wir Tag für Tag ihre Produkte kaufen. Aber auch diese können theoretisch bankrot gehen. Was man aber nicht ausschließen kann ist, dass die Wirtschaft im Gesamten wächst. Welche Unternehmen exakt daran beteiligt sind, spielt dabei ja vorerst keine Rolle. Und genau dafür sind Aktienfonds gedacht.

 

Was sind Aktienfonds?

Ein Fonds kannst du dir vorstellen wie einen Topf. In diesem Topf werden von überall aus Gelder gesammelt. Über das eingesammelte Kapital verfügt der sogenannte Fondsmanager. Sein Job ist es zusammen mit seinem Team herauszufinden, welche Unternehmen in den nächsten Jahren am stärksten wachsen werden und in diese dann Teile der Gelder zu investieren.

Investierst du also in einen Fonds, investierst du gleichzeitig in alle darin vorhandenen Unternehmen gleichzeitig. Die ganze Arbeit und Analyse, welche Aktien die besten sind übernimmt der Fondsmanager und sein Team für dich.

Fonds gibt es in allen unterschiedlichen Formen und Farben. Es gibt Mischfonds, Hedgefonds, Aktienfonds, Immobilienfonds, Dachfonds, Indexfonds usw.

Und dann gibt es noch den derzeit so beliebten Exchange Traded Fund (ETF).

Was ist ein ETF?

Ein ETF ist ein passiv gemanagter Indexfonds. Das bedeutet, dass er lediglich den Index kopiert und abbildet. Der Vorteil dabei ist, dass man keinen Fondsmanager benötigt und sich somit Kosten spart.

Sind ETF’s jetzt besser als ein aktiv gemanagter Fonds?

Nein, sie sind weder besser, noch schlechter. Du kannst dir ein ETF wie ein Floß mit einem Segel und ein Fonds wie eine kleine Yacht vorstellen. Das Floß besteht aus recht kostengünstigem Materialien und ist somit im gesamten recht günstig. Die Yacht ist recht teuer, da sie an sich schon hochwertiger ist und einen Kapitän benötigt, der sie steuert (der Fondsmanager).

Wenn Rückenwind herrscht, ist es gut möglich, dass das kleine leichte Floß die große schwere Yacht überholt. Dreht sich allerdings der Wind und hohe Wellen türmen sich auf, ist das Floß dem Unwetter willenlos ausgesetzt und wird zurück getrieben. Passt der Kapitän auf der Yacht nicht auf, wird er auch vorerst zurückgeworfen, allerdings hat er die Möglichkeit aktiv gegenzusteuern um zwar langsam, aber trotzdem weiter voran zu kommen.

Es ist wahr, dass die meisten Fonds den Index nicht schlagen und du somit teilweise mit einem ETF besser fährst.

Aber würdest du aktuell in die Commerzbank investieren?

Mit einen ETF würdest du das. (als Beispiel)

Deshalb such dir am besten einen erfahrenen Kapitän mit einer eingefahrenen Yacht. Und wenn du willst baue noch ein zwei Flöße und schau einfach, wer von denen langfristig weiter kommt.

Beides ist besser als sein Geld in einem Bausparvertrag, einer Kapitallebensversicherung, oder auf einem Sparbuch zu sparen, weil du im Gegensatz dazu Zinsen bekommst.

 

Zinsen und Zinseszins

Richtig Spaß macht Investmentsparen, wenn man das Geld langfristig liegen lässt, so dass sich es durch die Zinsen weiter von Selbst vermehrt. Umso länger du sparst, desto mehr profitierst du vom Zinseszinseffekt (dem achten Weltwunder).

Hast du schon mal von dem Schachbrett und den Reiskörnern gehört?

Falls du es bereits kennst und dir Zinseszins sehr wohl bekannt ist und auch, welche Auswirkungen dieser in Zahlen hat, springe einfach zur Zusammenfassung vor und ziehe 4000€ ein. (Achtung, schlechter Monopoly Witz)

Ein Schachbrett hat bekanntlich 64 Felder. Heute legst du auf das erste Feld ein einzelnes kleines Reiskorn. Wirklich satt wirst du davon nicht oder? Jeden weiteren Tag legst du immer doppelt so viele auf das nächste Feld, also am zweiten Tag zwei am dritten vier und so weiter. nach 64 Tagen hättest du zusammen auf allen 64 Feldern 18.446.744.039.484.029.952 (18 Trillionen, 446 Billiarden, 744 Billionen, 39 Milliarden, 484 Millionen, 29 Tausend, 952) Reiskörner.

100 Reiskörner entsprechen 3 Gramm, sprich du hast 540 Milliarden Tonnen Reis nach 64 Tagen. Das sind 1.088 Jahre der Welt-Reisernte nach 2018 von rund 495,9 Millionen Tonnen.

zinsen berechnen

Ich denke davon wirst du satt.

Ich möchte dir aber anhand von für  dich greifbaren Zahlen ein Beispiel geben:

Wenn du ab jetzt jeden Monat 150€ sparst, wären das 1.200€ im Jahr. Ich gehe hier jetzt mal von einem eher unteren bis durchschnittlichen Zins von 6% aus. Nach 30 Jahren hättest du 54.000€ gespart und 92.888€ an Zinsen bekommen. Das bedeutet du hättest nur 54.000€ eingezahlt, aber auf deinem Depot (sowas wie ein Konto) hättest du 146.888€.

Es gibt zwei große Hebel beim Zinseszins, der Prozentsatz und die Zeit.

Bleiben wir bei unserem Beispiel und lassen das Geld noch weitere 5 Jahre liegen, also insgesamt 35 Jahre. Dann hättest du 63.000€ eingezahlt, 144.043€ an Zinsen bekommen, also insgesamt 207.043€.

Der andere noch größere Hebel ist der Prozentsatz. Wir bleiben bei den 150€ monatlich für 35 Jahre und gehen nur einen einzigen Prozent nach oben, also auf 7%.

Du würdest immer noch 63.000€ zurücklegen, aber 195,163€ an Zinsen bekommen, also insgesamt 258.163€.

Bei 8% hättest du 323.452€ und bei 10% 513.833€ und bei 12% 826.623€. Immer noch durch die gesparten 63.000€.

Und 6-8 bis 12% und mehr  sind durchaus realistisch, wenn man weiß wie.

 

Zusammenfassung

Aktien sind Unternehmensanteile. Besitzt du diese und das Unternehmen geht insolvent, ist dein Geld weg. Was allerdings im Gegensatz zu dem Unternehmer, zu den Angestellten und den Großaktionären ein eher geringer Verlust wäre. Macht das Unternehmen jedoch weiter Gewinne und wächst, dann vermehrt sich auch dein Geld, und das von ganz alleine.

Diversifiziere (streue) lieber deine Anlagen und investiere in mehrere Unternehmen gleichzeitig mit zum Beispiel Aktienfonds oder anderen Fondsanlangen, oder ETF’s. Am besten suchst du dir jemanden, der davon Ahnung hat und dich qualitativ hochwertig und vor allem ungebunden berät.

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